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Kap Verde: Oppositionsführer gewinnt Präsidentschaftswahlen

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Montag, 22. August 2011

Jorge Carlos Fonseca wird neuer Präsident des kleinen afrikanischen Inselstaates Kap Verde. Der kapverdische Oppositionspolitiker der Partei Movement for Democracy (MDP) setzte sich in einer Stichwahl gegen Manuel Inocencio Sousa, den Spitzenkandidaten der zur Zeit regierenden African Party of the Independence of Cape Verde (PAICV) durch.

Mitglieder der unabhängigen nationalen Wahlkommission teilten am späten Sonntagabend mit, dass Fonseca mit 54,45 Prozent der ausgezählten Stimmen für seinen Herausforderer uneinholbar sei. Sousa folgte mit 45 Prozent der Stimmen, wobei noch sieben Prozent der Stimmen auszuwerten sind. Das vorläufige amtliche Endergebnis soll am 24. August bekannt gegeben werden, das endgültige Wahlergebnis am 26. August vom Obersten Gerichtshof bestätigt werden.

Der 51-jährige Jorge Carlos Fonseca war bereits früher Außenminister der westafrikanischen Inselrepublik. Er löst Pedro Pires (PAICV) als Präsident ab, der aufgrund der verfassungsrechtlichen Vorschriften nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren durfte. Pires wurde 2001 ins Amt gewählt und bei der Abstimmung 2006 im Amt bestätigt.

Fonseca wird zusammen mit einem Premierminister der PAICV regieren müssen, da diese die Parlamentswahlen im Februar für sich entschieden hat. Die beiden großen Parteien MDP und PAICV dominieren die politische Landschaft Kap Verdes seit Erlangung der Unabhängigkeit von Portugal 1975. Seit Einführung des Mehr-Parteiensystems 1991 haben beide Parteien jeweils zehn Jahre in Folge regiert. Das Land gilt als politisch stabil und der unterlegene Sousa erkannte den Sieg Fonsecas umgehend an und gratulierte ihm zu seinem Erfolg.

Von den etwas über 500.000 Einwohnern Kap Verdes waren gut 270.000 für die Wahl registriert, knapp 37.000 Kap-Verdier, die in der Diaspora leben, stimmten ebenfalls über den neuen Präsidenten ab. Der Mangel an Ressourcen und Bodenschätzen sowie häufige Dürren haben dazu geführt, dass viele Menschen emigriert sind. Die Regierung fördert seit einigen Jahren besonders die Tourismuswirtschaft und versucht die im zentralen Atlantik gelegene Inselgruppe zu einem Drehkreuz für den internationalen Handel und Verkehr zu machen.

 




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