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Guinea: Fragile Hoffnung nach den Wahlen

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 11. November 2010

Am vergangenen Sonntag wurde in dem westafrikanischen Staat Guinea ein neuer Präsident gewählt. Seitdem warten die Menschen gespannt auf das Ergebnis der Wahl, dessen Veröffentlichung vermutlich erst am Freitag geschehen wird, da Probleme beim Auszählen der Stimmen zu Verzögerungen führen. Die Menschen in dem armen Land hoffen darauf, dass es diesmal friedlich bleibt und es nicht zu ethnischen Spannungen kommt.

Seit Jahrzehnten schleudert Guinea von einer Krise in die nächste und die Hoffnungen der Bevölkerung sind groß, dass die ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1958 endlich Besserung bringen. Seit dem Tod des letzten Präsidenten, Lansana Conte, vor zwei Jahren hat die Armee die Regierungsgeschäfte übernommen. Der Ex-Präsident Conte war selbst ein Armeeangehöriger, der sich 1984 an die Macht geputscht hatte.

Im ersten Wahlgang, der am 27. Juni dieses Jahres stattfand, qualifizierten sich der bisherige Premierminister Cellou Dallein Diallo und der Oppositionsführer Alpha Conde für die Stichwahl, die mehrmals verschoben werden musste und deshalb erst jetzt am 7. November stattfand. Im Vorfeld der Wahlen kam es wiederholt zu schweren Ausschreitungen und es ist ungewiss, ob alle Parteien das Wahlergebnis akzeptieren werden.

Die Bevölkerung zeigt sich dennoch optimistisch, dass die Wahlen endlich eine Verbesserung ihrer Lage hin zum Besseren bringen werden. Der 23-jährige Diallo Abou, der einen Marktstand in Conakry, der Hauptstadt Guineas, betreibt, bringt die Stimmung der Menschen auf den Punkt: „Wir sind der Diktatur müde, der Konflikte müde, der endlosen Krise müde.

Auch der am Atlantischen Ozean gelegenen Hauptstadt Conakry sieht man die Jahre der Misswirtschaft an. Heruntergewirtschaftete Gebäude, von Schlaglöchern zerfressene Straßen und zerlumpte Hütten verschmelzen entlang einer Küste, die mit ihren traumhaften Stränden und Buchten eigentlich das Potenzial hätte, Millionen von Touristen anzuziehen. Aber Armut, Gewalt des Militärs und das nahezu komplette Fehlen von Infrastruktur schrecken Besucher ab.

Auch Investoren meiden Guinea aufgrund der mangelhaften Strukturen und der politischen Instabilität. Daher verwundert es nicht, dass ein Großteil der etwa zehn Millionen Einwohner von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben muss und das, obwohl das Land neben dem touristischen Potential auch über reiche Rohstoffvorkommen (vor allem Bauxit, das zur Aluminiumherstellung benötigt wird) verfügt. Eine Marktfrau klagt deshalb, dass ihr Land alles habe, um Wohlstand zu erlangen, nur keine funktionierende Regierung – die jetzigen Wahlen ändern das hoffentlich.

 




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