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Wahlkommission in Gambia gibt Präsidentschaftskandidaten bekannt

Geschrieben von Eva Kauke   
Samstag, 12. November 2011

Im westafrikanischen Gambia stehen in Kürze Präsidentschaftswahlen an. Knapp 800.000 Gambier haben sich für die Wahl am 24. November registrieren lassen, das sind fast 80.000 mehr als bei den letzten Wahlen im Jahr 2006. Diese Woche hat die nationale unabhängige Wahlkommission die beiden Anwärter auf das Präsidentenamt bekanntgegeben, die neben dem amtierenden Präsidenten Yahya Jammeh für die Wahl zugelassen worden sind. Es handelt sich dabei um Ousainou Darboe, den Vorsitzenden der größten Oppositionspartei in Gambia „United Democratic Party“ und Hamat Bah, den Spitzenkandidaten der neu gegründeten Partei „United Front“. Versuche der Opposition, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden, blieben bis zuletzt ergebnislos.

Ob die beiden Gegenkandidaten allerdings tatsächlich eine reelle Chance gegen den ehemaligen Armeekommandanten Jammeh haben werden, ist fraglich. Der 46-jährige regiert das Land seit 1996. Von Menschenrechtsorganisationen werden ihm und seiner Regierung immer wieder Verstöße gegen die Menschenrechte vorgeworfen. Besonders Journalisten leben in Gambia gefährlich. Immer wieder berichten Menschenrechtsorganisationen von Verhaftungen, Hinrichtungen und spurlosem Verschwinden von Journalisten. Eine unabhängige Berichterstattung gibt es in Gambia genauso wenig wie eine starke Opposition.

Und auch Präsident Jammeh zeigt sich mehr als zuversichtlich, dass er in Kürze seine vierte Amtszeit antreten wird. Nach eigenen Angaben rechnet er mit 90 % der Wählerstimmen. Nur Gott könne ihn aus seiner Machtposition vertreiben, so Jammeh in einem Interview. Am Wahlkampf, der offiziell am Samstag den 12. November beginnt, wird der amtierende Präsident folglich nicht teilnehmen. Und auch der Wahlkampf der beiden Gegenkandidaten wird wohl überschaubar bleiben. Der Vorsitzende der Wahlkommission hat ihnen zwar zugesichert, dass sie in allen Regionen des Landes für sich werben dürfen, allerdings haben sie dafür nur elf Tage Zeit. Und auch die Finanzspritze von umgerechnet etwa 344 US-Dollar pro Kandidat wird wohl keine Höhenflüge zulassen.

 




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