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Elfenbeinküste: Zwölf Vertraute von Ex-Präsident Gbagbo angeklagt

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 11. August 2011

Zwölf enge Vertraute des ivorischen Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo wurden heute offiziell wegen der gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der Wahl im November 2010, bei denen bis zu 3.000 Menschen getötet wurden, angeklagt. Das Dutzend Personen gehört zu der etwa 30 Mann umfassenden Gruppe, die direkt nach der Ergreifung Gbagbos im April zusammen mit diesem in Norden der Elfenbeinküste – dem Machtzentrum des neuen Präsidenten Alassane Ouattara – unter Hausarrest gestellt wurden.

Zu den Angeklagten zählt auch Michel Gbagbo, der Sohn des ehemaligen Präsidenten, sowie Pascal Affi N'Guessan, der frühere Premierminister und Chef von Gbagbos Partei Ivorische Volksfront (PFI). Den Zwölf wird Landfriedensbruch und die Teilnahme an einem bewaffneten Aufstand gegen die Staatsgewalt zur Last gelegt. Die engen Verbündeten von Laurent Gbagbo wurden einem Regierungssprecher zufolge aus dem Hausarrest in Untersuchungshaft verlegt.


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Der Ex-Präsident und seine Frau, Simone Gbagbo, befinden sich derweil weiterhin unter Hausarrest und warten auf die Erhebung ihrer Anklage. Sie stehen im Verdacht Wirtschafts- und Kriegsverbrechen begangen zu haben, die Anklage sei jedoch noch in Vorbereitung, so Regierungssprecher Noel Dje. Menschenrechtsgruppen haben bereits heftige Kritik darüber geäußert, dass die Verdächtigen seit mehr als vier Monaten unter Hausarrest stehen, ohne dass sie entweder angeklagt oder freigelassen werden.

Alassane Ouattara hatte angekündigt, dass alle Kriegsverbrechen und Gräueltaten, die während den Unruhen verübt worden sind, genau untersucht und die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen würden. Trotz klarer Hinweise, dass auch von den Anhängern Ouattaras Verbrechen begangen wurden, wurde bisher keiner von ihnen festgenommen.

Abgesehen von den Zwölf nun Angeklagten, wurden bereits 26 weitere Gefolgsleute Gbagbos vor Gericht gestellt und Haftbefehle für weitere Anhänger des Machthabers, die ins Ausland geflohen sind, ausgestellt. Gesucht werden unter anderem noch der Anführer der militanten Jugendmilizen, Charles Ble Goude, und Kone Malachie, ein selbsternannter Prophet, der Gbagbo eingeredet hatte, er sei der von Gott bestimmte Herrscher der Elfenbeinküste.

 

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