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Frankreich schickt weitere Soldaten in die Elfenbeinküste

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Montag, 4. April 2011

Zum Schutz von Zivilisten vor dem neu ausgebrochenen Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste wird Frankreich 150 Soldaten aus Gabun in das westafrikanische Land verlegen. Damit erhöht sich die Zahl der französischen Soldaten in der ehemaligen Kolonie des Landes auf 1.650 Stück. Truppen des gewählten Präsidenten Ouattara haben heute eine erneute Offensive auf die Wirtschaftsmetropole des Landes, Abidjan gestartet.

Die Kämpfe zwischen Gbagbos und Ouattaras Truppen in Abidjan dauern bereits seit drei Tagen an. Die Soldaten Ouattaras wollten die Stadt im Eilverfahren einnehmen, nachdem viele Kämpfer der Gegenseite übergelaufen waren. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, da es Gbagbo-treuen Einheiten gelungen ist, den Präsidentenpalast, die Villa des Machthabers und das Gebäude des staatlichen Fernsehens erfolgreich zu verteidigen.

Die Soldaten Ouattaras, die bereits 80 Prozent des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben, haben sich nun an die Stadtgrenze zurückgezogen und sich dort neu formiert. Heute wollen sie eine „finale Offensive“ starten, um die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen und Laurent Gbagbo aus dem Amt zu jagen. Als die Gefechte am Sonntag vorübergehend nachließen, waren viele verängstigte Zivilisten zu beobachten, die durch die Straßen zogen, um nach Tagen der Isolation Lebensmittel aufzutreiben.

Die französischen Soldaten patrouillieren in den Straßen Abidjans und ein Teil der 1.650 Einheiten hat die Kontrolle über den Flughafen übernommen. In der Elfenbeinküste leben etwa 12.000 Franzosen. Das noch immer von Gbagbo kontrollierte staatliche Fernsehen sendet immer wieder anti-französische und anti-UN Propaganda, um die eigenen Anhänger gegen die Ausländer aufzuhetzen.

Laurent Gbagbo weigert sich seit der Präsidentschaftswahl im vergangenen November seinen Posten zu räumen, obwohl sein Herausforderer, Alassane Ouattara als Wahlsieger bestätigt wurde. Gbagbo zweifelt das von den Vereinten Nationen bestätigte Wahlergebnis an und wirft den im Land stationierten UN-Truppen vor, parteiisch zu sein. Das Scheitern aller Vermittlungsversuche hat vor einer Woche zum erneuten Ausbruch des 2003 beendeten Bürgerkriegs geführt.

 




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