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Nach zehn Jahren wieder Wahlen in der Elfenbeinküste

Geschrieben von Eva Kauke   
Montag, 1. November 2010

Die Wahllokale in Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, wurden gestern bereits am frühen Morgen von Menschenmassen belagert. Die Bevölkerung des westafrikanischen Staates setzt ganz offensichtlich große Hoffnungen in die Präsidentschaftswahlen, die nun endlich, mit fünfjähriger Verzögerung, stattgefunden haben. Neben dem amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo stehen dreizehn weitere Kandidaten zur Wahl.

Die Bevölkerung des immer wieder von Krisen heimgesuchten Landes hoffen auf einen politischen Umschwung, der dauerhaften Frieden bringt und vor allem einen wiedervereinten Staat. Immer wieder gab es in der Elfenbeinküste in den vergangenen Jahren Konflikte durch ethnische Spannungen. Hier leben viele Menschen aus den angrenzenden Ländern, die im Zuge von Arbeitsmigration in den Kakaoplantagen in die Elfenbeinküste übergesiedelt sind.

Im Kampf um Landrechte und vor allem um die begehrte Ressource Kakao, spielte die ethnische Zugehörigkeit eine immer zentralere Rolle. Im Jahr 2002 resultierten die Spannungen in einen Bürgerkrieg, der zu einer Teilung des Landes führte, in der Rebellen den nördlichen Teil der Elfenbeinküste unter ihre Kontrolle brachten. Der Präsident Gbagbo, der im Jahr 2000 unter stark umstrittenen Umständen ins Amt gewählt wurde, regierte weiterhin über die südliche Hälfte des Landes.

Der Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste wurde mehrere Male für beendet erklärt, flammte aber immer wieder auf. Erst seit 2007 gilt die Situation im Land wieder als stabil. Gbagbo einigte sich mit dem Führer der Rebellen im Norden, Guillaume Soro, in Friedensgesprächen auf eine Koalitionsregierung. Vor allem die Frage, wer als Staatsangehöriger der Elfenbeinküste definiert und damit Wahlberechtigter ist, führte immer wieder zur Aussetzung der Präsidentschaftswahlen. Fünf Jahre nach dem offiziellen Ende der Amtszeit Gbagbos finden nun endlich freie Wahlen in der Elfenbeinküste statt.

Experten gehen bereits jetzt davon aus, dass das für Mittwoch erwartete Ergebnis der Wahl umstritten sein wird. Auseinandersetzungen innerhalb der Bevölkerung sind nicht auszuschließen. Die UNO hat ihre Truppen der dort stationierten Blauhelme für den Zeitraum der Wahlen um 500 Mann verstärkt.

 




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