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Burkina Faso: Präsident flieht vor Meuterei

Geschrieben von Eva Kauke   
Freitag, 15. April 2011

In der Nacht auf Freitag musste der Staatschef Burkina Fasos aus der Hauptstadt Ouagadougou flüchten. Grund ist eine Meuterei der Präsidentengarde von Blaise Compaoré sowie weiterer Militäreinheiten. Dazu kam es ersten Angaben zufolge, nachdem eine versprochene Prämie für Wohnungen für die Angestellten nicht ausbezahlt worden ist. Der Präsident soll sich in seine Heimatstadt Ziniaré zurückgezogen haben. Diese befindet sich nur etwa 30 km von der Hauptstadt entfernt. Compaoré soll jedoch am Freitag bereits wieder nach Ouagadougou zurückkehren, um ein Treffen mit einem Gesandten der Vereinten Nationen wahrzunehmen.


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Die Proteste in Burkina Faso begannen am frühen Freitagmorgen in verschiedenen Kasernen in Ouagadougou und breiteten sich auf weitere Lager des Militärs aus. Bis Sonnenaufgang waren in der Stadt immer wieder Schüsse zu hören, die allerdings nur in die Luft abgefeuert wurden. Mitglieder der Garde und des Militärs sollen außerdem in einigen Teilen der Stadt Geschäfte geplündert haben. Die Nachrichtenagentur BBC berichtet, dass das Haus von Compaorés Stabschef Dominique Diendiere sowie eine Radiostation der Regierung niedergebrannt worden sind.

Die Unzufriedenheit über die schlechte Bezahlung nimmt in den Rängen des Militärs von Burkina Faso bereits seit mehreren Monaten immer stärker zu. Ein Grund dafür sind die steigenden Lebensunterhaltskosten im Land. Mit Beginn der Unruhen im Nachbarstaat Elfenbeinküste Ende letzten Jahres kam es zu dramatischen Preisanstiegen für Lebensmittel und Benzin. Dennoch kam die Meuterei für die meisten Einwohner Ouagadougous überraschend. Erst kürzlich gab es ein Treffen zwischen dem Präsidenten und dem Vorstand der Sicherheitskräfte, um über die Anliegen der Angestellten zu sprechen.

Auch die Zivilbevölkerung Burkina Fasos leidet unter den Preiserhöhungen und an den zunehmenden Engpässen bei der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln wie Zucker oder Öl. Am Donnerstag kam es deshalb in der Hauptstadt Ouagadougou sowie in einigen weiteren Städten des Landes zu Protestaktionen. Als Binnenland ist Burkina Faso besonders abhängig von seinen Nachbarländern, die einen Zugang zum Meer haben.

 

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