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Verbesserter Zugang zu HIV/Aids Medikamenten

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Mittwoch, 29. September 2010

Einem gemeinsamen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF und UNAIDS zufolge ist der Zugang zu antiretroviralen Medikamenten gegen HIV/Aids in Entwicklungsländern im letzten Jahr signifikant gestiegen. Für den gestern in Genf vorgestellten Bericht „Towards Universal Access“ wurde die Lage in 144 Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen untersucht.

Die Ergebnisse für 2009 setzen ein klares positives Zeichen. In acht untersuchten Ländern, darunter Ruanda, gibt es für Erwachsene bereits einen universalen Zugang zu HIV/Aids Medikamenten. In weiteren 15 Ländern konnten über 80 Prozent der HIV-positiven Frauen während ihrer Schwangerschaft mit Medikamenten versorgt werden, die eine Übertragung der Krankheit auf das Kind verhindern. Zu diesen Ländern zählen Südafrika und Botswana.

Botswana gelang es durch eine solide Politik, die Einnahmen aus dem Diamantengeschäft zur Gesundheitsversorgung heranzieht, in den letzten Jahren die Versorgung HIV-positiver Menschen stetig zu verbessern. Außerdem konnte der Trend steigender HIV-Prävalenzraten, also die Zahl der Neuinfektionen, die im südlichen Afrika weltweit am höchsten ist, in Botswana umgekehrt werden.

Im Bericht wird als weiterer Erfolg aufgeführt, dass in 14 Ländern, darunter Namibia, über 80 Prozent der HIV-positiven Kinder mit Medikamenten versorgt werden konnten. Der stellvertretende Generaldirektor für HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Hiroki Nakatani, nannte die vorgelegten Zahlen ein klares Indiz dafür, dass ein universaler Zugang zu antiretroviralen Medikamenten möglich ist. Die Autoren der Studie wiesen jedoch auch darauf hin, dass es noch ein langer Weg ist, bis dieses Ziel erreicht ist.

Um die erfolgreiche Arbeit im Kampf gegen HIV/Aids in der bisherigen Form fortführen zu können, fehlen zur Zeit zehn Milliarden Euro. Der stellvertretende Exekutivdirektor des UN-Programms zur Bekämpfung von HIV/Aids (UNAIDS), Dr. Paul De Lay, sagte diesbezüglich, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist und die Arbeit unbedingt fortgesetzt und ausgebaut werden müsse. Er rief deshalb die Gebergemeinschaft auf, bei einem Treffen nächste Woche in New York weitere Mittel zur Verfügung zu stellen.

Am deutlichsten zeigen sich die Erfolge im südlichen und östlichen Afrika, wo am meisten Menschen von HIV/Aids betroffen sind. Die Zahl der infizierten Menschen, die Zugang zu antiretroviralen Medikamenten haben, stieg hier innerhalb eines Jahres von 32 auf 41 Prozent. In allen 144 untersuchten Ländern zusammengenommen hatten 36 Prozent der insgesamt 5,25 Millionen betroffenen Menschen Zugang zu entsprechenden Medikamenten.

 




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