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Sauberes Wasser für Afrika

Sauberes Trinkwasser ist lebenswichtig, aber in vielen Ländern Afrikas noch immer ein rares Gut. Das 2009 gegründete Startup-Unternehmen CLEANAQUA Blue UG (CA Blue) hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Situation in diesen Ländern durch die Entwicklung effizienter Wasseraufbereitungssysteme nachhaltig zu verbessern.

Lukas Niemeyer, ein Redakteur von Afrika-Travel hat die Geschäftsführerin der CA Blue, Frau Dr. Maren Ernst, zu den Zielen, den Produkten und den Hintergründen interviewt.

Lukas (Afrika-Travel): Was ist das Konzept von CLEANAQUA Blue?

Dr. Ernst: CLEANAQUA Blue ist ein junges Unternehmen mit Sitz in Bonn, das über einschlägige Erfahrungen auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung verfügt und angepasste Produktlösungen in diesem Feld entwickelt und vermarktet. Der Erfinder und Mitbegründer der CA Blue, Heinz G. Römer, entwickelt bereits seit über zehn Jahren mobile und stationäre Systeme, die eine autarke und nachhaltige Trinkwasseraufbereitung ermöglichen.

Cleanaqua Blue Cleanaqua MobileCleanaqua Survival

Lukas (Afrika-Travel): Was für Geräte stellen Sie her?

Dr. Ernst: Zum einen stationäre Geräte zur Wasserfiltration und -desinfektion, die auch im großen Maßstab eingesetzt werden können. Nach den schweren Erdbeben in Haiti haben wir beispielsweise für ein Luxushotel vor Ort eine Großanlage installiert, die Brauchwasser wieder aufbereitet und frisches Trinkwasser liefert. Zum anderen spezialisieren wir uns aber immer mehr auf die Entwicklung mobiler Geräte, die möglichst autark und flexibel einsetzbar sind. Diese Fokussierung geht auf unsere Erfahrung zurück, dass besonders in Entwicklungsländern im Allgemein und Krisengebieten im Speziellen, Trinkwasser Mangelware ist und in den allermeisten Fällen die Infrastruktur für stationäre Anlagen nicht vorhanden ist. Außer mobilen Anlagen für den Kriseneinsatz, haben wir aber auch Produkte für den persönlichen Gebrauch in unserem Sortiment. Damit können beispielsweise Entwicklungshelfer oder Individualreisende in entsprechenden Ländern schnell und effektiv keimfreies Trinkwasser erzeugen.

Lukas (Afrika-Travel): Welches Ihrer Produkte würden Sie jemandem empfehlen, der nach Afrika reisen möchte?

Dr. Ernst: Wer nur mit dem Rucksack oder wenig Gepäck unterwegs ist, für den empfiehlt sich der Cleanaqua STIC. Er hat die Größe eines Kugelschreibers, wird mit zwei Akkus betrieben, ist äußerst robust und kann innerhalb von 1-2 Minuten ein Glas Wasser desinfizieren. Wer mit einem Auto unterwegs ist, kann auch die Einhängeelektrode „Cleanaqua Blue“ verwenden, die etwas größer ist und bereits zwischen 100 bis 5.000 Liter Wasser problemlos aufbereiten kann. Dafür wird lediglich ein Stromanschluss mit 12 Volt Gleichstrom, wie es in jedem Land- oder Wasserfahrzeug vorhanden ist, benötigt; mit einem Adapter kann man das Gerät problemlos an den Zigarettenanzünder eines Autos anschließen. Auch auf Schiffen kann man die Cleanaqua Blue einsetzen. Beide Systeme dienen allerdings ausschließlich der Desinfektion von Wasser, das heißt, man muss bereits vorgefiltertes Wasser verwenden oder die Geräte mit einem Filter kombinieren. Sie bieten sich also an, um Leitungswasser – das in Entwicklungsländern häufig stark verkeimt ist – oder abgestandenes Wasser aus Vorratstanks wieder sicher trinkbar zu machen.

Lukas (Afrika-Travel): Gibt es auch Systeme, mit denen sich ganze Dörfer in ländlichen Regionen Afrikas versorgen ließen?

Dr. Ernst: Ja, auf jeden Fall. Wir bieten auch Komplettsysteme in der Größe eines kompakten Reisekoffers an, die mit einer integrierten Solarzelle betrieben werden und bis zu 250 Menschen pro Tag mit ausreichend Trinkwasser versorgen können. Diese Geräte filtern und desinfizieren das Wasser, so dass es ganz egal ist, ob das Wasser aus einem Fluss, einem Teich, einem Bohrloch oder einem Brunnen stammt. Alle Krankheitserreger (Viren und Bakterien) werden in Minuten abgetötet und Kleinstlebewesen, wie zum Beispiel Larven, die Bilharziose übertragen, werden beseitigt.

Lukas (Afrika-Travel): Wie funktioniert die Entkeimung des Wassers?

Dr. Ernst: Wir nutzen das Prinzip der Kochsalzelektrolyse. Damit die Reaktion funktioniert, muss das Wasser minimal salzhaltig sein, ohne dass dabei de Geschmack des Wassers beeinflusst wird. Unser Gerät erzeugt daraufhin ein elektrisches Feld, welches zur Bildung von Natriumhypochlorit (NaClO) führt, das desinfizierende Wirkung hat und das Wasser entkeimt. Die desinfizierende Wirkung von NaClO hat bereits vor über hundert Jahren ein französischer Apotheker namens Labarraque entdeckt und das Mittel wird auch von Zahnärzten zur Desinfektion des Mundraumes verwendet.

Cleanaqua SticSolarwave 2010Cleanaqua Stic & Verpackung

Lukas (Afrika-Travel): Werden alle Keime und Krankheitserreger im vorgefilterten Wasser abgetötet?

Dr. Ernst: Ja. Die Wirksamkeit der Methode ist vom Fresenius Institut und dem Hygiene-Institut der Universität Bonn getestet und bestätigt worden. Das Wasser hat nach der Behandlung Trinkwasserqualität und ist Geruchs- sowie geschmacksfrei.

Lukas (Afrika-Travel): Was sind die Vor- bzw. Nachteile ihrer Methode gegenüber anderen Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung, wie zum Beispiel Chlor- oder Silbertabletten?

Dr. Ernst: Unser Verfahren ist zu 100 Prozent natürlich und hat keinerlei Nebenwirkungen. Zudem kombinieren unsere Produkte ein anerkanntes Verfahren zur Wasseraufbereitung mit modernster Technik, um so nachhaltige Lösungen zur Trinkwassergewinnung zu bieten. Im Übrigen ist bedeutsam: 80 Prozent aller Krankheiten werden nachgewiesenermaßen über das Wasser übertragen. Daher ist eine Desinfektion unerlässlich. Chlorprodukte haben z. B. unangenehme Nebenwirkungen und sind im Ausland oft nicht zu bekommen. Aber natürliches Kochsalz als Ausgangsprodukt unseres Elektrolyseverfahrens ist überall auf der Welt verfügbar, billig in der Anschaffung und ungefährlich im Umgang.

Lukas (Afrika-Travel): Kann der Preis Ihrer Produkte als Nachteil gesehen werden?

Dr. Ernst: Der Cleanaqua STIC für den persönlichen Gebrauch kostet 250 Euro. Das ist zunächst eine größere Anschaffung. Wenn Sie allerdings häufiger in Entwicklungsländer reisen wollen oder dort für eine Zeit arbeiten und leben, dann hat sich die Anschaffung schnell gerechnet, da Sie nicht mehr auf teures Flaschenwasser und ebenfalls teure Silber- oder Chlortabletten angewiesen sind.

Lukas (Afrika-Travel): Gibt es Ihre Produkte bereits zu kaufen?

Dr. Ernst: Wir befinden uns in der Phase des Markteintrittes. Ab Februar 2011 wird man alle Produkte über unsere Homepage bestellen können.

Lukas (Afrika-Travel): Vielen Dank für das Interview.

Dr. Ernst: Ich danke Ihnen.

 

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