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Deutsche Forscher entdecken antike Siedlung in Äthiopien

Geschrieben von Eva Kauke   
Freitag, 27. Mai 2011

Nach den spektakulären Funden mehrerer Pyramiden, Grabmäler und Siedlungen in Ägypten durch eine neuartige Satellitentechnologie, stehen nun auch in Äthiopien Ausgrabungen in einer selten vorkommenden Größenordnung bevor. Jörg Fassbinder, Geophysiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Margarete Schlosser vom Deutschen Archäologischen Institut mit Sitz in Berlin, entdeckten im äthiopischen Hochland ein antikes Siedlungsgebiet.

Möglich wurde dieser Fund mittels eines Totalfeld-Magnameters. Es handelt sich dabei um ein hochempfindliches Gerät, das das Magnetfeld der Erde untersucht und dadurch magnetische Abweichungen unter der Erdoberfläche erkennbar macht. Die beiden Wissenschaftler hatten Anfang Mai damit begonnen, eine vier Hektar große Fläche mit dem handgeführten Gerät zu untersuchen und waren dabei auf diesen außerordentlichen Fund gestoßen. Es ist das erste Mal seit der Entwicklung dieser sogenannten Prospektionstechnologie, dass diese in unmittelbarer Nähe zum geomagnetischen Äquator derart erfolgreich angewendet wird. Denn hier unterlieg das Magnetfeld der Erde ganz besonderen Bedingungen, die den Erfolg diese Methode potenziell stark reduzieren.

Ähnlich wie bei der Methode der Satellitenkameras, wie sie in Ägypten angewendet wurde, bleibt auch durch die Anwendung des Magnameters bei der Suche nach archäologischen Schätzen die Erdoberfläche zunächst unberührt. Erst wenn Funde ausgemacht werden, wird das Gebiet zur Ausgrabungsstelle. Die Testgrabungen im äthiopischen Hochland in der Region Tigray haben bereits begonnen und spektakuläre archäologische Funde zutage gebracht. So konnte vom Team der Wissenschaftler bestätigt werden, dass sich auf dem besagten Gebiet einst eine Siedlung befunden hat, die bereits im letzten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung existiert haben muss.

In Äthiopien wurden von Archäologen bisher hauptsächlich heilige Stätten wie Tempel und Altare ausgegraben. Das Team um Jörg Fassbinder hegt nun die Hoffnung, dass es sich bei der neu entdeckten Grabungsstelle um ein Siedlungsgebiet von Bewohnern des äthiopischen Hochlandes handelt, die nicht unmittelbar mit den Königreichen aus dem letzten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Verbindung stehen, die mittels älterer Funde bereits erforscht werden können.

 




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