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Ägypten: Kopten bestimmen neuen Papst

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Sonntag, 4. November 2012

Die koptischen Christen in Ägypten haben in einer feierlichen Zeremonie Bischof Tawadros zum neuen Papst gewählt. Sein Name wurde von einem Jungen mit Augenbinde aus einer Schale gezogen, in der sich drei Namen befanden. Durch diese seit langem etablierte Vorgehensweise soll sichergestellt werden, dass die Wahl des neuen Papstes nicht durch weltliche Einflüsse, sondern ausschließlich durch göttliche Fügung entschieden wird.

Bischof Tawadros und die beiden anderen möglichen Kandidaten, Bischof Raphael und Bruder Raphael Ava Mina, waren zuvor durch eine Wahl von 2.400 Kirchenoberhäuptern und Gemeindevorstehern festgelegt worden. Die Namen wurden auf drei gleich große Zettel geschrieben, die in Kristallkugeln gesteckt wurden, welche anschließend mit Wachs versiegelt worden sind. Bei dem gut besuchten Festgottesdienst in der Abbasiya Kathedrale in Kairo brandete Applaus auf, als der stellvertretende Papst Bakhomious den Namen verlas.

Der 66-jährige Papst Tawadros II. wird das 118. Kirchenoberhaupt der Kopten in Ägypten sein und folgt auf Papst Shenouda III., der im März diesen Jahres im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Das neue Kirchenoberhaupt wird am 18. November mit einer offiziellen Zeremonie in sein neues Amt eingeführt. In Ägypten sind etwa ein Zehntel der insgesamt 83 Millionen Menschen Christen. Es handelt sich damit um die größte christliche Minderheit im Mittleren Osten.

Die Kopten werfen der islamischen Mehrheit in dem nordafrikanischen Land immer wieder Diskriminierung vor. Seit dem Sturz von Hosni Mubarak und Sieg der Muslimbruderschaft in der ersten freien Wahl seit der Revolution, hat bei den Christen die Angst vor repressiven Maßnahmen und Gewalttaten zugenommen. Im Oktober 2011 starben 25 Kopten bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, nachdem eine Kirche in Brand gesteckt worden war.

Der neue Papst, der in Großbritannien studiert hat, gilt als eloquenter Mann mit großer Erfahrung und gutem organisatorischem Talent. Es wird erwartet, dass er sich für eine friedliche Koexistenz voin Christen und Muslimen in Ägypten einsetzen wird. Der ägyptische Präsident, der der Muslimbruderschaft angehört, hat angekündigt, die Rechte der Christen zu respektieren und zu verteidigen.

 

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