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Revolution in Ägypten könnte neolithische Ausgrabungsstätte retten

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 2. Juni 2011

Der Sturz des langjährigen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und seiner Regierung durch den Volksaufstand im Januar könnte zur Rettung einer einzigartigen neolithischen Ausgrabungsstätte beitragen. Das Untersuchungsgelände befindet sich am nördlichen Ufer des Qarun-Sees und ist nur 70 Kilometer von der schnell wachsenden Hauptstadt Ägyptens, Kairo, entfernt. Trotz dieser räumlichen Nähe war das Gebiet bis vor kurzen völlig unberührt, da es als Naturschutzgebiet ausgewiesen war.

Bei ersten Ausgrabungen wurden die bisher ältesten Nachweise von Landwirtschaft in dem nordafrikanischen Land gefunden, die wichtige Aufschlüsse über den Aufstieg der Pharaonen liefern könnten. Einen Monat vor der Revolution hat die Regierung 2,8 km² aus dem Naturschutzgebiet ausgegliedert und an einen Bauträger, die Amer Group, veräußert, die dort ein Touristenressort errichten wollte.

Drei der an dem Deal beteiligten Minister sitzen mittlerweile aufgrund von Korruptionsvorwürfen, die von diesem Fall unabhängig sind, in Untersuchungshaft. Einer davon, der Wohnungsbauminister Ahmed el-Maghrabi, behauptete noch im Januar, dass die für die Ausgrabungen zuständigen Behörden grünes Licht für den Bau der Touristenanlage gegeben hätten. Der Leiter des archäologischen Gremiums, Zahi Hawass bestreitet das jedoch vehement und verweist darauf, dass die Ausgrabungen noch lange nicht abgeschlossen seien.

Außer der Amer Group geraten auch viele andere Bauträger und Finanzinvestoren in Ägypten zunehmend unter Druck, da es eine zunehmende Zahl an öffentlichen Untersuchungen zu den Machenschaften der Mubarak-Regierung auf diesem Gebiet gibt. Viele Landdeals stehen unter dem Verdacht, der persönlichen Bereicherung von Regierungsangehörigen gedient zu haben. Einige Firmen haben bereits freiwillig Flächen zurückgegeben, um weiteren Wirbel zu vermeiden.

Wissenschaftler hoffen, dass die neolithische Ausgrabungsstätte am Qarun-See Aufschlüsse darüber liefert, wie sich die Landwirtschaft hin zum Bewässerungsfeldbau entwickelt hat. Bereits 4.000 v. Chr. Sollen Menschen an der Küste des Sees gesiedelt haben. Während dieser Zeit konnten sie dort vermutlich noch Regenfeldbau betreiben, bevor das Klima später immer trockener wurde.

 




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