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Angst vor religiöser Gewalt in Ägypten

Geschrieben von Eva Kauke   
Montag, 9. Mai 2011

Am vergangenen Samstag brannten in der ägyptischen Hauptstadt Kairo erneut zwei koptische Kirchen. Bei den Bränden in dem dicht besiedelten Stadtteil Imbaba kamen mindestens 12 Menschen ums Leben, über 200 weitere wurden verletzt. Der Gewaltausbruch ist das Resultat der zunehmenden Spannungen zwischen Christen und Muslimen in Ägypten in den vergangenen Wochen.

Auslöser sind, wie im weitesten Sinne auch in diesem jüngsten Fall, häufig Beziehungen zwischen Muslimen und Christen. Erst im März wurden in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kairo 13 Menschen getötet, nachdem die Liebesbeziehung eines jungen Christen zu einem muslimischen Mädchen bekannt geworden und es daraufhin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Religionen gekommen war.

Der konkrete Auslöser für die Gewaltausbrüche vom Samstag soll eine koptische Frau gewesen sein, die sich nach einem Streit mit ihrem Ehemann im vergangenen Jahr zu muslimischen Freunden geflüchtet hatte. Seither hält sich das Gerücht, die Frau sei dort zum Islam übergetreten, was diese allerdings bestreitet. Die Muslime rechtfertigen ihren Zorn in diesem konkreten Fall mit der Vermutung, die Frau werde gegen ihren Willen in einem christlichen Kloster festgehalten und damit an der Ausübung ihrer neu gewählten Religion gehindert.

Eine muslimische Gruppe, die neue Mitglieder ihrer Religion unterstützt, forderte nun die Anhörung vor einem Gericht, um die tatsächliche Religionszugehörigkeit der Frau endgültig zu klären. Nachdem die Verantwortlichen auf der Seite der Christen eine Anhörung dieser Art ablehnten, kam es in Kairo zu Protesten, bei denen sich Muslime und Christen mit Steinen bewarfen und sogar Schüsse gefallen sein sollen. Der Samstagabend endete damit, dass zwei koptische Kirchen in Flammen aufgingen.

Die ägyptische Übergangsregierung hat angeordnet, mit äußerster Härte gegen die Akteure der sich weiter zuspitzenden religiösen Gewalt in Ägypten vorzugehen. Knapp 200 Menschen wurden bei den Randalen am Samstag festgenommen. Sie sollen sich nun vor einem Schnellgericht des Militärs verantworten müssen. Die Strafen für die Randalierer werden voraussichtlich nicht gerade milde ausfallen.

 




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